
Die sogenannte Goldimplantation wird bei chronischen Schmerzen des Bewegungsapparates durchgeführt.
Die Methode wird in unserer Praxis bei allen chronischen Schmerzpatienten eingesetzt, wie z.b Hüftgelenksdysplasie, Spondylosen, Arthrosen der Ellbogen und Knie sowie Kreuzbandrupturen. Bei chronisch degenerativen Gelenkserkrankungen, bei Patienten, die nicht operiert werden können, oder bei schon operierten Tieren, die trotzdem nicht schmerzfrei laufen und als austherapiert gelten, kann eine deutlich verbesserte Beweglichkeit erreicht werden.
Wir führen in unserer Praxis die sogenannte Wiener Methode durch. Ich möchte hier auf einen Artikel meines Lehrers Andreas Zohmann, Leiter des Vierbeiner-Reha-Zentrums Bad Wildungen, verweisen, den ich gerne zitieren möchte um die Methode zu erklären.
„Als in den frühen 1970ern der amerikanische Tierarzt und Akupunkteur Dr. Grady Young den Versuch startete, Akupunkturpunkte mittels Implantation von Goldkügelchen (gold beads) dauernd zu beeinflussen, war nicht abzusehen, daß sich daraus viele Jahre danach eine echte Form der Schmerztherapie entwickeln würde."
Die Resultate sind großteils verblüffend positiv; wie bei jeder anderen medizinischen Intervention gibt es aber auch hier bloße Teilerfolge, Rückfälle oder auch Mißerfolge. Einerseits zieht der noch nicht eindeutige belegte Wirkmechanismus einen noch teilweise hartnäckigen Skeptizismus nach sich, andererseits schaden der teilweise unkritische Umgang und euphorische Heilungsversprechungen der Methode. Dieser Artikel hat nicht zum Ziel, die Methode zu glorifizieren, sondern den ihr gebührenden Stellenwert als Schmerztherapie einzuräumen.
Bei der Durchführung kann man prinzipiell drei Arten unterscheiden:
- Die „amerikanische Methode“
Das (oder die) betroffene(n) Gelenke – und nur dieses wird (werden) in verschiedenen Schichthöhen mit einer größeren Anzahl Goldstückchen umgeben. (die Lokalisation)-ob Akupunkturpunkt oder nicht –ist dabei nicht von primärer Bedeutung. - Die Implantation nach Richtlinien der Traditionellen Chinesischen Medizin=TCM (zwar gerne als Goldakupunktur bezeichnet, was aber nicht den Tatsachen entspricht-dazu siehe weiter unten!)
Auch hier geht es um das im Vordergrund stehende Gelenk, jedoch gelangen entsprechend den Überlegungen der TCM auch noch andere Körperpunkte zum Einsatz. Gewisse Akupunkturpunkte sollten wiederum nicht implantiert werden, da sie z.B. ihre diagnostische Aussagekraft und Nutzbarkeit verlören. - Die Implantation nach westlich-wissenschaftlichen Kriterien (= Goldimplantation nach der Wiener Methode)
Statische und bewegungsdynamische Zusammenhänge sowie Funktionsabläufe aus der Sicht der modernen Orthopädie unter Einbeziehung von Erkenntnissen aus der physikalischen Medizin, der Neuraltherapie sowie der westlich-wissenschaftlichen Akupunktur stehen hier im Vordergrund. Als Leitsatz gilt:“Die Bewegung behandeln, nicht nur das Gelenk.“
Für alle gilt: Bei der Implantation werden kleine Golddrahtstückchen (24 Karat, 1-3 mm lang und 1 mm stark) oder Goldkügelchen an ganz bestimmten Körperpunkten -oder stellen mittels einer Hohlnadel unter die Haut, in die Muskulatur und/oder an Knochen verbracht. Eine Implantation in ein Gelenk wäre nicht nur sinnlos, sondern ist als Kunstfehler zu werten. Bei genauer Kenntnis der Lage dieser Punkte sowie deren Auffindung mittels feinen Ertastens kann-bei entsprechendem Wissen um die Wirkung der jeweiligenPunkte-die Befindlichkeit des Tieres bis hin zur eindeutig nachweisbaren Beeinflussung von Bewegungsstörungen wirkungsvoll behandelt werden. Die Implantate wandern nicht. Dies wurde von mehreren Seiten röntgenologisch nachkontrolliert. Dennoch besteht rein theoretisch eine Wandermöglichkeit bei zufälliger Positionierung eines Implantats zwischen zwei sich gegeneinander bewegenden Muskeln und eine Verlagerung aufgrund der Muskelbewegung. Dies würde aber den Gesamteffekt nicht beeinflussen.
Goldimplantation beim Menschen?
Immer wieder wurde und wird die Frage gestellt, ob diese Methode denn nicht auch beim Menschen einsetzbar sei, minimal invasiv bei nur geringer Belastung des Organismus während des Eingriffs und der Möglichkeit, analgetisch wirksame Medikamente zu reduzieren? In Dänemark zum Beispiel wird die Goldimplantation am Menschen seit 1996 durchgeführt. Die Erfahrungen bei verschiedensten orthopädischen Indikationen dürften derzeit ein Patientengut von ca. 10.000 umfassen.
Was bewirkt die Implantation von Gold?
Die Wirkung scheint prinzipiell schmerzdämpfender Natur zu sein. Ob dies auf Basis einer Beeinflussung des Säuregehaltes der schmerzenden Geweberegion geschieht, auf Basis der Zellen oder aber sich ganz anders gestaltet, ist derzeit Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Jene Akupunkturwirkungen jedoch, wie sie für die Nadelakupunktur bekannt sind, dürften nur so lange eine Rolle spielen, wie auch die kleine Implantationwunde aktiv ist (Wundheilungsdauer etwa 3-5 Tage). Der Dauereffekt kann jedoch nicht – wie auch histologische Untersuchungen zeigten – auf einer Dauerstimulation (=Dauerreizung) beruhen, da sich keinerlei Hinweise auf Entzündungsprozesse fanden. Daher: Im Rahmen einer Goldimplantation werden zwar (auch) Akupunkturpunkte genutzt, es ist aber keine „Akupunktur mit Langzeitwirkung“! Mit einer Golddrahtimplantation können ( wie auch mit der herkömmlichen konservativen oder etwas invasiveren chirurgischen Maßnahme) vorhandene Arthrosen oder andere manifeste Veränderungen nicht beseitigt werden . Schmerzmittelgaben sind jedoch nach einem längeren Zeitraum nicht mehr nötig. Zumindest kann die Dosis stark verringert bzw.deren Notwendigkeit auf bestimmte Schlüsselsituationen (wie z.B. Überlastung, Wetterumschwung o.ä.) beschränkt werden. Es soll auch angeführt sein, daß Goldimplantate kein Hindernis für etwaige spätere Behandlungen jeglicher Art (z.B. bei Hüftgelenkdysplasie vom Nervenschnitt bis hin zur künstlichen Hüfte) darstellen.Lediglich die Qualität der Magnetresonanztomografie wird beeinträchtigt, da es ( natürlich abhängig von der Anzahl der Goldimplantate) zu einer Abschirmung der Hochfrequenzsignale und einer Herabsetzung der Magnetfeldhomogenität kommt. Die Implantate stellen sich hierbei als „strahlende“ Sterne dar. Durch Modifikation der Schnittebene sowie der Sequenz kann dieses Problem aber minimiert werden.
Einsatzbereiche der Goldimplantation
Nach Ausschluß der Notwendigkeit eines größeren operativen Eingriffs:
Hüftgelenksdysplasie (HD), Hüftarthrose, Meniskusprobleme, Kniearthrose, Schulterarthrose, Ellbogengelenksdysplasie ED) etc.
Schmerzhafte Muskelverspannungen sowie Knochenschmerz bei Spondylosen (knöcherne Zubildungen an den Wirbeln) und /oder Arthosen der kleinen Wirbelgelenke,
Chronische Schmerzsymptome, auch Restschmerzen nach Operationen
Vorbeugung nach Frühkastration (z.B. einer HD) sowie zur Unterstützung anderer Maßnahmen
Nach unserer Erfahrung problematisch bis nicht angezeigt:
Nervale Defizite, Lähmungen, außer bei etwaig bestehenden Schmerzen zur Schmerzreduktion und Funktionsverbesserung zwecks Ermöglichung weiter- und zielführender physikalischer Maßnahmen. Gesicherte Indikation für einen chirurgischen bzw. internistischen Eingriff.
Gegenanzeigen
Mangelzustände / Systemische Infektionen / Schwere Herzfehler (Narkoserisiko) / Tumorerkrankungen ( im direkten Einzugsgebiet)“
Herr Hauck besitzt die Zertifikation zur Durchführung der Goldimplantation nach der Wiener Methode und ist Mitglied im Arbeitskreis AGI (Arbeitskreis Goldimplantationen)
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